Rabu, 29 Februari 2012

Review: Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm - Episode II


Trotz der mauen Ergebnisse meines ersten Kurztests und der darauf folgenden Skepsis gegenüber dem kompakten Powerzoom, habe ich mich schließlich doch entschieden das x-14-42 zu bestellen und in Ruhe auszuprobieren. Der Preis von € 360,- für die Version in silber ließ mich schwach werden, obwohl schwarz mir persönlich wohl mehr gefallen hätte. Aber mittlerweile erinnert mich die Kombination von schwarzer GF2 mit silber x14-42 an meine ehemalige LX1, durch die ich erst überhaupt auf Panasonic Kameras aufmerksam geworden bin. Auch größenmäßig hat sich trotz viel größerem Sensor der GF2 im Vergleich zur LX1 nicht viel verändert.


Zwischenzeitlich häuften sich jedoch die Beiträge unzufriedener Besitzer in diversen Foren und selbst Dpreview bestätige ein Problem mit diesem Objektiv, das unscharfe Bilder mit ausgeschaltetem OIS bei Stativmontage liefern würde.
Ich ließ mich davon nicht beirren, da immer wieder auch Besitzer auftauchten, die mit ihrem Exemplar zufrieden waren. Irgendeine Serie war halt fehlerhaft, die neuen Exemplare müssten mittlerweile OK sein, redete ich mir ein, noch dazu weil das Objektiv offiziell vor über einem halben Jahr angekündigt wurde  und etwaige Probleme längst aus der Welt geschafft würden. Ich war mir auch nicht sicher, ob bei meinem ersten Test überhaupt die aktuellste Firmware installiert war etc.

Warum interessiert mich dieses Objektiv so sehr? Ein Standard-Zoom gehört nun mal zu einem sehr universell einsetzbaren Objektiv. Leider sind die meisten Kitzooms relativ groß. Ein 14-140 würde an meiner GF2 kaum Sinn machen, ganz zu schweigen vom Gewicht.

Das 14-45, von dem ich mich inzwischen getrennt habe,  war zwar kleiner und leichter als das 14-140, aber immer noch zu groß. Aus diesem Grund habe ich irgendwann günstig ein gebrauchtes M.Zuiko 14-42 von Olympus erstanden, das von vielen verachtend "Rüsselzoom" genannt wird. Auch wurde von manchen der Mechanismus und der langsame Autofokus kritisiert, ich jedoch habe die Besitzer immer beneidet ein derart kompaktes Zoom zu besitzen, das von den Proportionen um einiges besser zu Kameras wie der GF1 oder E-P1 passt, obwohl an Panasonic Kameras dann leider der Bildstabilisator fehlt.


 Wenn man diesen Brennweitenbereich auf Pancakegröße schrumpfen würde, werden Systemkameras wie die GF2 oder EP3 zu sehr kompakten jackentaschentauglichen und gleichzeitig potenten Fotoapparaten. Ich bin sonst meistens mit dem 20mm Pancake unterwegs, da diese Brennweite auch sehr flexibel einsetzbar ist, aber manchmal wünsche ich mir etwas mehr Weitwinkel, manchmal etwas mehr Tele, wobei mich in diesen Situationen die niedrige Lichtstärke oder schlechte Freistellmöglichkeit von Zooms nicht so sehr stört. Eine NEX7 mag z.B. eine wunderbare Kamera sein, aber solange die Objektive so groß sind wie sie sind, interessiert sie mich nicht, da ich sie im Normalfall nie bei mir hätte.



Das x14-42 ist überraschend klein, es hat beinahe die selbe Länge wie das 20mm Pancake. In meinem Fall mit dem angeschraubten UV-Filter und der großen Objektivkappe wirkt das Pancake sogar größer. Das x14-42 ist auch relativ leicht, es fühlt sich deutlich leichter an als das 20mm Pancake, obwohl in Wahrheit der Unterschied angeblich nur 5Gramm ausmacht (nachgewogen habe ich jedoch nicht).

Vor allem verglichen mit dem bereits sehr kompakten Olympus Kitzoom der ersten Generation, merkt man wie extrem Panasonic dieses Objektiv noch weiter schrumpfen konnte. Das M.Zuiko 14-42 hat dann leider in der nachfolgenden Version deutlich in der Länge zugenommen und wurde gleichzeitig schlanker, wobei eher die Objektivlänge der ausschlaggebende Faktor ist, um ein Objektiv möglichst kompakt zu machen. Das x14-42 ist somit konkurrenzlos was Kitobjektive betrifft und gehört vermutlich zu den kleinsten Standardzooms der Welt.



Wie schon der Name andeutet, handelt es sich beim PZ um ein Powerzoom, was nichts anderes bedeutet, dass der Zoomvorgang ähnlich wie bei vielen Kompaktkameras, oder auch Videokameras über eine eigene Wippe erfolgt. Es gibt auch keinen Fokusierring, der manuelle Fokus wird ebenso über eine zusätzliche Wippe gesteuert, wobei es fraglich ist, wie oft man den manuellen Fokus wirklich benötigen wird. Ich empfinde den Autofokus mit dem x14-42 zumindest an der GF2 als sehr zuverlässig und auch schnell genug, hatte bei AF-Objektiven sehr selten das Bedürfnis manuell zu fokussieren. Verglichen mit dem 14-140 ist der Autofokus ähnlich schnell, ich konnte da keine gravierenden Unterschiede feststellen. Der Fokus ist jedoch hörbar lauter, man hört bei jedem Fokusiervorgang ein Klacken, das beim 14-140 nur bermerkbar ist, wenn man direkt mit dem Ohr am Objektiv lauscht.

Wie man auf den vorigen Bildern sieht, ist der Objektivdeckel sehr klein, was zwar positiv für die Gesamtgröße des Objektivs ist, der Deckel aber andererseits auch immer wieder gern aus der Hand fällt. Das Anbringen bedarf etwas Zielgenauigkeit,  damit der Deckel wieder passgenau einrastet.
Beim Einschalten fährt das Objektiv automatisch aus, was sehr schnell geschieht, sodass keinerlei Verzögerung beim Betrieb der Kamera zu spüren ist, verglichen mit "normalen" Objektiven. Der Objektivtubus  wirkt durchaus stabil, hat jedoch ein wenig Spiel und lässt sich auch mit wenig Kraft etwas hin- und herbewegen. Das Objektiv klappert im Ruhezustand, wie die meisten anderen Objektive mit eingebautem Bildstabilisator, da sich das OIS-Element im Ruhezustand frei bewegen kann.


Die Steuerung des Zooms per Wippe stellt für mich kein Hindernis war, obwohl es zwar nicht so direkt wie ein Zoomring ist, aber je nach dem wie stark die Wippe betätigt wird, regelt sie die Zoomgeschwindigkeit in 2 Stufen. Dies funktioniert jedoch leider nicht im Videomodus. Warum Panasonic die spontante Änderung der Zoomgeschwindigkeit per Wippe nicht auch beim Videomodus erlaubt hat, weiß nur Panasonic selbst.

Durch zusätzliche Features wie "Stepzoom", das voreingestellte Preset-Brennweiten (14mm, 18mm, 25mm, 32mm und 42mm) anfährt, oder auch "Zoomresume", das nach dem Aus/Einschalten der Kamera wieder mit der zuletzt aktiven Brennweite startet, versucht das Powerzoom einem das Leben dennoch zu erleichtern. Dummerweise sind diese Funktionen nur bei neueren Lumix-Kameras verfügbar. Für die G1, GH1, aber auch GF1 und G2  hat Panasonic kein Firmwareupdate mehr angeboten, aus welchem Grund auch immer.
Das Firmwareupdate erlaubt dank des zusätzlichen Menüeintrags "Power Zoom Lens" allen anderen Lumix-Kameras auch die Anzeige der gerade aktiven Brennweite. Es bietet außerdem die zusätzliche Anpassung der Zoomgeschwindigkeit in 3 Stufen, getrennt nach Photo- oder Videomodus. Ich konnte jedoch keinerlei Änderung der Zoomgeschwindigkeit im Videomodus feststellen, unabhängig von der Einstellung.

Ich habe im Vorbeigehen den Zoom im Videomodus kurz getestet, Zoomgeschwindigkeit war standardmäßig auf "M". Das Ergebnis kann man im Folgenden als kurzes Filmchen sehen, wobei man auch gut sieht, dass das Objektiv immer wieder den Fokus verliert und wiederholt hin- und herpumpt, was mir bisher beim 14-140 nicht derart stark aufgefallen ist.


Insgesamt finde ich das x14-42 vom Handling durchaus OK. Viele beklagen sich wegen der ungünstig platzierten Zoomwippe, was ich persönlich nicht bestätigen kann, da üblicherweise genau da mein linker Daumen zu liegen kommt, ich weiss ja nicht wie alle anderen ihre Kameras halten. Von der Größe ist das x14-42 jedenfalls einmalig, vor allem wenn man es mit den bisherigen Zooms von Panasonic vergleicht.


Obwohl alle 3 abgebildeten Zoomobjektive quasi die selben Daten haben, fällt das x14-42 dagegen sehr schnell in der Lichtstärke ab, so hat es bei 20mm bereits f/4.5 als maximale Öffnung, bei 25mm sind es f/5.0, und f/5.6 wird schon bei 32mm erreicht. Zum Vergleich sind mit dem M.Zuiko bei 32mm noch f/4.9 möglich.

Doch nun zum Wichtigsten, der optischen Performance. Dazu muss ich sagen, dass ich 3 Exemplare von dem x14-42 getestet habe, mit der Hoffnung eines zu erwischen, das halbwegs OK wäre. Leider hatten alle auf ihre Art und Weise Macken, die sich sehr willkürlich verhielten. Die Unschärfeprobleme bei 42mm und bestimmten Belichtungszeiten sind bereits bekannt, aber auch bei allen anderen Brennweiten verhielt sich das x14-42 extrem inkonsistent. Normalerweise prüfe ich jedes neue Objektive auf Dezentrierung, um nicht erst später einige böse Überraschungen zu erleben.
Dazu wähle ich aufgrund der strengen Symmetrie meistens das Naturhistorische Museum, denn Auflösungscharts sind mir zu langweilig. Aber bei Ergebnissen wie den folgenden, kann ich ein Objektiv nicht wirklich ernst nehmen. Das erste Photo wurde mit ausgeschaltetem OIS aufgenommen, 3 Sekunden später das nächste Foto mit genau den gleichen Einstellungen, ausser dass ich hier OIS aktiviert habe.
Beim ersten Bild mag man einen Fehlfokus vermuten, aber sieht man sich die linke Seite vom Gesamtfoto genauer an, erkennt man, dass ein schmaler Streifen am Rand durchaus scharf ist. Obwohl ich bei diesen Fotos kein Stativ verwendet habe, kann eine Verwacklung bei Zeiten von 1/2000 weitgehend ausgeschlossen werden.

(100% Ausschnitt aus der Bildmitte, Klick für das gesamte Bild in Originalgröße):



Jedenfalls hatte keines der von mir getesteten Exemplare einen gleichmäßigen Schärfeabfall zum Rand hin. Beim ersten Exemplar war besonders der linke untere Teil sogar nach Abblenden deutlich unschärfer als der Rest. Das zweite Exemplar hatte ein Problem im rechten oberen Bildbereich, das dritte hingegen war rechts unten unscharf. Dass die unscharfen Bereiche teilweise sogar willkürlich von links nach rechts "wandern", hat mich dann doch extrem überrascht. Bei einer Serie von gleichen Aufnahmen mit exakt den gleichen Einstellungen, die innerhalb von 15 Minuten aufgenommen wurden, kann man ganz gut sehen wie der rechte Bildbereich des dritten Testexemplars um einiges weicher ist als links, um dann plötzlich im letzten Bild stattdessen rechts scharf zu werden, mit gleichzeitiger Weichzeichnung des linken unteren Ecks.

Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Da ich zwischen den einzelnen Aufnahmen auch einige Objektivwechsel und Pausen hatte, kann ich mir nur erklären, dass das x14-42 nicht präzise genug mit dem Kamerabajonett abschließt, oder der ausgefahrene Objektivtubus durchaus ein Spiel haben könnte. Um diesen Faktor zu minimieren, habe ich insbesondere versucht den Objektivtubus während einiger Fotos mal stärker nach rechts, mal stärker nach links oder oben/unten wegzudrücken, was sich jedoch in keiner sichtbaren Änderung der Bildqualität geäußert hat.

So ein lustiges Verhalten habe ich bisher noch mit keinem anderen Objektiv erlebt. Üblicherweise mache ich zur Kontrolle einer etwaigen Dezentrierung 2 Testfotos, wobei eines davon mit verkehrt gehaltener Kamera geschossen wird. Bei 180° Drehung des zweiten Bildes und Überlagerung mit dem ersten Bild, kann man dann genau erkennen, ob die Dezentrierung sich nun erwartungsgemäß auf der Gegenseite befindet, nicht so beim x14-42. Hier waren sowohl in der ersten als auch in der verkehrten 180° Aufnahme beide Seiten unscharf, wobei die verkehrte Aufnahme sogar eine sichtbare Bildfeldwölbung zeigt. Im linken Bildbereich (ursprünglich also im rechten) ist der Vordergrund scharf, während der Hintergrund unscharf ist, zur Bildmitte hin jedoch liegt die Schärfeebene wieder im Hintergrund (Klick für das Bild in Originalgröße):

Auch bei anderen Brennweiten, wie hier im Bereich von 17mm, zeigte das erste Testexemplar ähnliche unerklärliche Phänomene. Beim ersten Bild ist der rechte obere Bereich unscharf, im nächsten Bild, das nur wenige Sekunden später aufgenommen wurde, ist dieser Bereich wiederum scharf, wobei dafür der linke untere Bildbereich unscharf wird (Klick für Gesamtbild in voller Größe):

Das andere Problem betrifft, wie schon in diversen Foren und auf Dpreview bestätigt, unscharfe Aufnahmen bei 42mm und bestimmten Zeitkombinationen. Diesen Fehler konnte auch ich anhand verschiedener Testaufnahmen mit allen Exemplaren feststellen. In Zeitbereichen zwischen 1/100 - 1/200 oder sogar noch kürzer (ich sah den Effekt sogar bei 1/400), wurden Aufnahmen aus der Hand ohne OIS deutlich schärfer als mit OIS, falls ich nicht selbst verwackelt habe. Aus einer Serienaufnahme von jeweils 4 Einzelbildern am langen Ende, waren 2 Bilder ohne OIS scharf, 2 verwackelt, dagegen alle 4 mit OIS im Modus 1 sowie 4 im Modus 2 deutlich unschärfer. Keines mit OIS hatte die Schärfe der unverwackelten Aufnahmen ohne OIS erreicht.



Dummerweise verhält sich das ganze bei Stativmontage ähnlich. Hier werden bei ausgeschaltetem OIS Aufnahmen ab 1/100 plötzlich unschärfer als bei schnelleren Zeiten, was darauf hinweisen würde, dass entweder der OIS auch im deaktivierten Zustand nicht zur Gänze ruhig ist, oder dass der Objektivtubus tatsächlich genug Spiel hat, um durch die Vibration des Verschlusses beeinflusst zu werden:

Dass dieses Verhalten keiner Regel folgt und sporadisch auftritt, macht die Resultate umso unberechenbarer. Das x14-42 ist durchaus zu sehr guten Bildern fähig, wobei es nicht ganz die Schärfe von guten Festbrennweiten oder Zooms erreicht. Was problematisch ist, sind die immer wieder auftretenden "Zufälle", die viele Aufnahmen zunichte machen können und man sich dann vielleicht selbst die Schuld gibt, obwohl das Objektiv eindeutig der Verursacher ist.

Der Schärfevergleich mit dem 20mm Pancake zeigt einen deutlichen Vorteil zugunsten der Festbrennweite. Nicht nur die Ränder (insbesondere die rechte Seite), auch die Bildmitte sind beim x14-42 sichtbar weicher. Bei meinem alten 14-45 war dagegen bei dieser Brennweite auf f/5 abgeblendet kaum ein Schärfeunterschied zum Pancake, abgesehen von etwas stärkeren Chromatischen Aberrationen (Klick für volle Größe):

Aber auch gegen das M.Zuiko von Olympus zieht das x14-42 den Kürzeren, denn das M.Zuiko hat selbst auf f/5 abgeblendet einen  gleichmäßigeren und auch geringeren Randschärfeabfall als das Powerzoom, jedoch liefert das M.Zuiko bei gleicher Blende ein etwas dunkleres Bild und ist gleichzeitig marginal weitwinkeliger (Klick für volle Größe):


Nicht mal an das im Weitwinkel eher schwache14-140 kommt das x14-42 wirklich ran, hier ein Vergleich bei 14mm/6.3 (mit Raw Therapee aus RAW entwickelt):


Das x14-42 leidet "verdeckt" unter relativ starken CAs bei Weitwinkel. Diese werden jedoch von Panasonic bereits intern in der Kamera korrigiert. Auch bei einer RAW-Entwicklung mittels ACR werden diese Korrekturen automatisch angewendet. Erst ein "neutraler" Raw Konverter wie Raw Therapee, zeigt das wahre Bild des Objektivs. Ob die CAs auch an Olympus-Kameras korrigiert werden, kann ich nicht sagen, da früher vor allem Olympusnutzer sich über die störenden Farbäuse des 20mm Pancakes aufregten, die in dieser Form mit keiner Panasonic-Kamera zu sehen waren. Vielleicht hat Olympus bei den neuren Modellen auch schon CA-Korrektur mit in die interne Bildverarbeitung reingenommen.



Fazit:
Panasonic gehört auf jeden Fall großes Lob für das x14-42 ausgesprochen, trotz der offensichtlichen Mängel und Probleme. Das x14-42 ist das kleinste Wechselobjektiv mit einem 3fach Zoom von umgerechnet 28-84mm. Nur vollkommen integrierte Zoomobjektive wie das lichtstärkere 4fach Zoom 28-112/2.8-5.6 von Canon in der neuen G1X, bei sogar etwas größerem Sensor als MicroFourThirds, konnten noch kompakter gebaut werden.
Das x14-42 wäre das perfekte Kit-Objektiv für alle kleinen MicroFourThirds Kameras. Es ist optisch vor allem in Anbetracht der geschumpften Ausmaße auf durchaus passablem Niveau, kommt jedoch weder an das nicht ganz so kompakte M.Zuiko 14-42 noch an das hervorragende, jedoch viel größere 14-45 von Panasonic heran. Verglichen mit dem normalen 14-42 ist es je nach Brennweite auf ähnlichem Niveau. Bei Weitwinkel ist es an den Rändern weicher, bei 42mm teilweise schärfer. Das wirkliche Sorgenkind bleibt jedoch der Bildstabilisator "Power OIS", der zwar bei längeren Belichtungszeiten durchaus effektiver zu sein scheint als der alte "Mega OIS", jedoch bei bestimmten Zeitkombinationen sichtbare Unschärfen ins Bild bringt. Teilweise führt das Deaktivieren des Power OIS zu schärferen Ergebnissen, wobei genau bei diesen Zeiten auch die Gefahr der Verwacklung anwächst. Eine entgültige Meinung zur Abbildungsqualität kann ich derzeit nicht geben, da alle von mir getesteten Exemplare unterschiedliche Unschärfebereiche bzw. Dezentrierungen zeigten und die Beurteilung erschwerten. Grundsätzlich ist das 14-42 in der Bildmitte sogar bei Offenblende maximal scharf, es erreicht bei 14mm bereits bei f/3.5 eine hohe Randschärfe, vorausgesetzt der Randabfall ist zu allen Seiten gleichmäßig, was in meinem Fall bei keinem der Exemplare gegeben war. Durch Abblenden erreicht man außer der Verbesserung der Randabschattung nur noch eine marginale Verbesserung der Schärfe. Bei 42mm sind die Ränder bei Offenblende eher weich und werden bis f/8 deutlich besser, wobei man sich da schon jenseits der Beugungsgrenze bei MicroFourThirds befindet.

Von Panasonic gibt es zu den Problemen derzeit keinerlei Stellungnahme. Laut Panasonic Deutschland sei das Problem gänzlich unbekannt, ungeachtet all der Klagen in diversen Internetforen.
Ob die Fehler des Objektivs per Firmwareupdate korrigiert werden können, wage ich zu bezweifeln. Ich hoffe dennoch auf eine Revision bzw. Korrektur mit einer neuen Serie, da ich mir ein Objektiv wie das x14-42 schon lange gewünscht habe.
Bis dahin kann ich das x14-42 keinem empfehlen, der wirklich Wert auf scharfe Bilder legt, da die Ergebnisse sehr variabel und extrem inkonsistent sind. Ein Bild mag gelingen, während das nächste aus unverständlichen Gründen plötzlich unscharf wird. Da man auch bei vollkommen deaktiviertem Stabilisator nicht von den Unschärfeproblemen sicher ist, sind die Ergebnisse zu unvorhersehbar, um einen wirklich ernsthaften Einsatz zu gewährleisten.


+ sehr klein und leicht 
+ schneller Autofokus (jedoch lauter als beim 14-140)
+ Wippen mit 2 Regelgeschwindigkeiten (zusätzliche Geschwindigkeitsregelung im Menü)
+ nette Zusatzfunktionen wie Anzeige der aktuellen Brennweite, Stepzoom, Zoomresume etc.
+ OIS bei langen Belichtungszeiten zuverlässig

- teuer
- lichtschwach (f/5,6 bereits bei 32mm)
- optisch nicht überragend
- unvorhersehbare Ergebnisse, mal scharf mal unscharf
- alle getesteten Exemplare mit sichtbarer Dezentrierung
- Unschärfeprobleme bei bestimmten Brennweiten/Belichtungszeiten trotz Stativ und deaktiviertem OIS
- Zoomwippe erlaubt im Videomodus nur eine Zoomgeschwindigkeit

- umständliche Fokusierung über Fokuswippe
- Zusatzfunktionen nur bei neueren Panasonic-Kameras
- Qualität der Konstruktion fraglich

Als Abschluss noch einige weitere Testfotos mit dem x14-42 an der GF2 bei unterschiedlichen Brennweiten aus RAW entwickelt (Klick für volle Größe):






 

Rabu, 08 Februari 2012

Review: Jawbone Jambox, der/die kleine Krachmacher/in

Skizzen zur Jambox von Yves Behar
Seit ihrer Vorstellung vor knapp über einem Jahr hat sich die Jambox mittlerweile zu einem populären Statussymbol unter den Gadgetfanatikern gemausert. Dass der akustische Kern der Jambox auf den Technologien von Soundmatters basiert, die bereits seit Jahren in deren FoxL Verwendung finden, wissen jedoch die wenigsten.

Jawbone hat versucht das Konzept von Soundmatters weiterzuführen, einen möglichst kleinen Lautsprecher mit möglichst "großem" Klang zu bauen. Wo Soundmatters hingegen das Design der Funktion unterstellt hat, hat Jawbone eher versucht daraus ein Icon zu erzeugen, so wurde eigens Yves Behar engagiert, um das eigenwillige Design der Jambox zu entwerfen.

Originalverpackung der Jambox bei Markteinführung
Neben unterschiedlichen und knalligen Farben, sind es vor allem die unterschiedlichen Muster, die die Aufmerksamkeit auf die Optik der Jambox lenken sollen (und vielleicht auch von deren Klangqualitäten abzulenken?)

Ebenso ausgeklügelt war das ursprüngliche Marketingkonzept. Anfangs wurde die Jambox noch in einer Pappschachtel angeboten, die ein altmodischer Ghettoblaster und die Aufschrift "THAT WAS THEN..." zierte. Der Gag erschloss sich einem erst beim Öffnen, als im Inneren der viel zu großen Schachtel ganz vorlaut die kleine Jambox mit dem Kommentar "...THIS IS NOW" präsentiert wurde.

Von diesem Gag ist in der Zwischenzeit leider nichts mehr übrig, denn die Jambox wird zwar nun in einer stylischen, jedoch auch langweiligen Plastikbox verkauft, bei der manche sogar schon beim Öffnen verzweifeln. Auch prahlt der Hersteller ganz stolz mit Angaben zur Maximallautstärke von 85dB, was teilweise bereits zu Gehörschäden bei langfristiger Einwirkung führen würde. Selten erwähnt wird, dass die 85dB bei 0,5m Abstand erzielt werden können, und es wird auch nirgendwo gesagt, bei welchen Frequenzen dieser Pegel erreicht wird. Das Gehör ist bei Frequenzen von 1500Hz sowieso am empfindlichsten, und solch einen Pegel erreicht sogar meine Türglocke, die noch kleiner ist.

Jawbone hebt immer wieder gern hervor, dass es sich bei der Jambox um den ersten "intelligenten" Lautsprecher handelt, da dieser jederzeit mit weiteren Funktionen oder auch Updates verbessert werden kann. Der Micro-USB Anschluss dient nicht nur zum Laden der Jambox, sondern wird auch zur Verbindung mit dem Computer und der Jawbone-eigenen Software MyTalk verwendet, um gewisse Einstellungen und Änderungen am Lautsprecher bzw dessen Funktionen tätigen zu können. Dass MyTalk es geschafft hat bereits einige Jamboxes zu bricken, ist eine andere Geschichte, auf die ich nicht eingehen will, da es mich selbst noch nicht betroffen hat und alle meine Updates bisher ohne Probleme verlaufen sind.

Was Jawbone im Vergleich zu Soundmatters auf jeden Fall verbessert hat, ist das Handling. Die Jambox benötigt keinen zusätzlichen Kippständer und durch die gummierte Oberfläche sollte eigentlich auch das Rumtanzen unterbunden werden, was jedoch nicht wirklich passiert. Bei höheren Lautstärken fängt auch die Jambox genauso wie der FoxL an, auf der Unterlage herumzuwandern, sodass es sowohl mir als auch vielen anderen Besitzern bereits passiert ist, dass die Jambox sich irgendwann selbständig macht und vom Tisch herunter fällt.

Jambox meiner Mutter nach dem selbständigen Fall vom Tisch
Die Oberseite der Jambox zieren 3 große Tasten, die die wichtigsten Funktionen übernehmen. An der Seite gibt es noch den Powerschalter, der gleichzeitig auch zum Pairing verwendet wird, auf der selben Seite liegt auch der Aux-In und der besagte USB Anschluss. Alles wirkt sehr aufgeräumt, im Gegensatz zum Foxl, der alles irgendwie kreuz und quer verstreut hat. Auch merkt sich die Jambox im Gegensatz zum FoxL nach dem Ausschalten die zuletzt eingestellte Lautstärke.

Etwas nervig jedoch all die Geräusche, die die Jambox von sich gibt. Schon beim Einschalten kann man sich erschrecken. Der dabei erzeugte Ton wird jedes mal mit voller Lautstärke abgespielt und entspricht einem lauten "Klick" mit einem gleichzeitig tieffrequentem Basston, der schließlich als Rauschfahne nach 2 Sekunden abklingt. Auch der Ausschaltton ist nervig und erinnert an ein lautes "Bluuuuubb" oder so ähnlich. Zu allem Überfluss gibt es auch noch einen Ton, der die Paarungsbereitschaft mit einem neuen Gerät signalisiert, ein extrem lautes "Tuut, tuut, tuut", sowie einen eigenen Ton für eine erfolgreiche Paarung, der teilweise sogar verzerrt wiedergegeben wird, weil er so laut ist. Man kann zwar sowohl den Einschalt- als auch Ausschaltton mittels eines Tastentricks einmalig unterdrücken. Um die Jambox stumm einzuschalten, muss man gleichzeitig die minus-Taste drücken. Die "Piep"-Töne, die dann aber trotzdem bei jeder Lautstärkeänderung losplärren, kriegt man nicht weg. Das dumme ist, dass die Töne je nach Lautstärke auch lauter werden. Man stelle sich vor, man wolle am Abend noch ein wenig leise Musik hören, während die Frau bereits schläft. Die Jambox wurde davor jedoch auf maximaler Lautstärke belassen. Versucht man nun leiser zu machen, antwortet die Jambox mehrmals mit einem lauten "Piep, piep, piep...", was der schlafenden Frau wohl gar nicht gefallen würde.
Warum Jawbone trotz mehrmaliger Kritik und Kundenwunsch es nicht umsetzen konnte, die Töne völlig zu deaktivieren, ist mir bis heute nicht klar. Nur bei Kabelbetrieb über Aux-In, werden keine Lautstärketöne abgespielt. Die Jambox bietet auch weitere akustische "Features" an, so spricht eine englische Frauenstimme, wenn sie zur Paarung bereit ist, auch kann sie den Akkustand bekanntgeben. Man kann die Stimmen auch tauschen, oder die Sprachen wechseln, für solchen Firlefanz ist eben Mytalk da. Seit der Softwareversion 2.0 hat Jawbone aber auch ein neues Feature eingeführt, das die Jambox klanglich aufwerten soll. Sie nennen das "Liveaudio", doch dazu später.

Sehr hübsch auf jeden Fall das mitgelieferte Accessoir. Das USB-Ladegerät, sowie zwei USB-Kabel in unterschiedlichen Längen sind in grau gehalten und designtechnisch von Apple-Geräte inspiriert. Das Aux-In Kabel ist ein echter Hingucker, denn es ist farblich auf die jeweilige Jambox abgestimmt und als Flachkabel ausgeführt. Doch was nutzt das schönste Zubehör und das beste Design, wenn alles andere nicht passt?

Grundsätzlich könnte man die Jambox als "Ableger" vom FoxL sehen. Beide verwenden exakt die gleichen Lautsprecherchassis, arbeiten nach dem selben Prinzip der "Bassbattery", bei dem die Batterie in einem Gummimantel als Passivradiator die tiefen Frequenzen von den Lautsprechern verstärkt. Das Gehäuse der Jambox ist jedoch größer und anders konstruiert als das vom FoxL. Auch die Elektronik (darunter vermutlich die Verstärkerschaltung, die Bluetootheinheit etc.) sind von Jawbone überarbeitet worden.


Die wichtigste Frage: Welcher von beiden klingt besser, Jambox oder FoxL? Da kann ich mit Sicherheit behaupten: FoxL, denn er klingt feiner, differenzierter, mit besser ausgeprägtem Bass, klareren Höhen und Mitten. Trotzdem ähneln sich beide klanglich extrem. Fehlt der Direktvergleich, so klingt auch die Jambox gut, hier ein kurzes Vergleichsvideo dazu:



Wo die Jambox auf jeden fall punktet, ist die maximale (verzerungsfreie) Lautstärke, denn die liegt in etwa in dem Bereich, in dem der FoxL vom Netzgerät spielt. Der FoxL kann zwar insgesamt um einiges lauter spielen, verzerrt dann aber nur noch kläglich. Ich hatte beide Lautsprecher schon öfters im Auto verwendet. Für klangliche Untermalung vom Beifahrersitz sind zwar beide denkbar ungeeignet, der Klang ist dann nämlich zu leise und kann sich kaum gegen den Autolärm durchsetzen, aber am Cockpit gegen die Windschutzscheibe gestellt, kann er sich durchaus entfalten. Der FoxL war in dieser Situation meist ziemlich am Limit, um eine ansprechende Klangkulisse zu erzeugen, die Jambox lag über diesem Limit und vermochte bei maximaler Lautstärke durchaus genügend Power zu erzeugen, dass man auch auf der Autobahn etwas von der Musik mitbekam.



Die Tücken liegen aber auch hier im Detail. Die Jambox hat immer wieder Probleme mit gewissen Frequenzen, die sie nicht rein wiedergeben kann, da dann das gesamte Lautsprechergehäuse zu vibrieren beginnt. Verzerrt der FoxL, ist die Verzerrung auch als solche erkennbar, denn man hört ganz klar wo die Limits des Verstärkers sind. Gesellen sich bei der Jambox jedoch zu den digitalen Verzerrungen noch die besagten Resonanzen des Gehäuses dazu, ist das Resultat beinahe unhörbar und endet in einem kratzenden, krachenden Lärm. Trotz mehrmaligen Öffnens meiner Jambox, habe ich es nicht geschafft diese Resonanzen mit dem Gehäuse bzw. den Teilen im Inneren zu beseitigen. Einerseits bereiten Basstöne der Jambox extreme Probleme. Man hört im Inneren bei bestimmten Frequenzen etwas mitrasseln (ich vermute da die Kabel vom Akku). Aber auch Instrumente wie Klavier, E-Piano, Gitarre usw kann die Jambox bei leicht gehobener Lautstärke nicht klar wiedergeben, hier gesellen sich Resonanzen dazu, die wie die Schwingung eines Saxophon-Rohrblatts klingen, oder wenn man am mit einem Stück Papier auf einem Kamm "singt". Ich vermute dass sich die Schwingungen der beiden Lautsprecher bei bestimmten Frequenzen auf das gesamte Gehäuse übertragen, da hier kaum gedämpft wurde. Zwar ist das Gehäuse mit einem Gummi abgedichtet, aber alle Platinen und losen Teile im Inneren können rumrasseln, wie es ihnen gerade passt.



Was auf den FoxL zutrifft, hat auch bei der Jambox Gültigkeit: Die Jambox fängt erst bei höheren Lautstärken an zu "leben". Wirklich druckvoll und beeindruckend für ihre Größe wird der Klang der Jambox erst bei Lautstärken nahe des Maximums. Leider ist man nahe des Maximums oft schon klanglich ziemlich am Limit. Manche Instrumente können bereits 2-3 Stufen unter Maximum verzerren, andere Stücke klingen sogar bei maximaler Lautstärke noch gut, was natürlich von Art der Aufnahme und des Masterings abhängt.
Bei leisen Lautstärken hingegen ist der Klang der Jambox ähnlich flau wie der vom FoxL, wenn nicht sogar noch flauer, da der FoxL den oberen Bassbereich doch etwas mehr betont. Die Jambox hat den Bass deutlich tiefer abgestimmt, wobei man diese Frequenzen ohne optimale Aufstellung kaum noch wahrnimmt. Man muss die Jambox schon auf den Boden, in eine Ecke oder gegen die Wand stellen, um das volle Frequenzspektrum, das sie tatsächlich abgibt mitzubekommen. In kleinen Räumen kommt der Klang um einiges voller als mitten in einem großen Raum oder sogar im Freien, wo der Klang trotz maximaler Lautstärke keinerlei Tiefe im Bassfundament aufbauen kann. Hier von einer "Jambox" zu sprechen, die von einigen Metern kaum noch hörbar ist und wie ein Handylautsprecher krächzt, ist schon sehr gewagt.
Die Akkulaufzeit ist überraschend hoch. Meine Jambox hält locker 10 Stunden bei gemäßigter Lautstärke. Die Bluetoothverbindung ist durchaus stabil, kann jedoch auch mal aussetzen, was vor allem lästig ist, wenn man die Jambox auch als Freisprecheinrichtung nutzt. Es ist mir schon öfters passiert, dass die Jambox bei eingehendem Anruf plötzlich die Verbindung zum Iphone verliert. Nimmt man das Iphone dann zum Telefonieren in die Hand, ist auch plötzlich die Bluetoothverbindung wieder da und die Jambox übernimmt erneut das Gespräch.

Irgendwann hat Jawbone ein Softwareupdate für die Jambox angekündigt, das mit "Liveaudio" ein neues Feature mitbringen sollte. Liveaudio sollte eine virtuelle 3D-Klangbühne schaffen und insbesondere mit Liveaufnahmen oder binauraler (mit Kunstkopfmikrophonen aufgenommener) Musik die besten Ergebnisse liefern. Die Umschaltung zwischen Liveaudio an/aus wurde durch das gleichzeitige Drücken beider Lautstärketasten getätigt. Die Einführung von Liveaudio endete jedoch schließlich mit einem ziemlichen Disaster. Sofort wurden Kritiken laut, dass die maximale Lautstärke nach dem Update um mehr als die Hälfte leiser war. Viele Besitzer waren von dem Update enttäuscht und schickten sogar ihre Jambox zurück, oder ließen sie sogar gegen eine alte Version eintauschen, denn ein Downgrade wurde von Jawbone nicht angeboten und der "Fehler" lange Zeit nicht eingestanden. Erst nach einigen Monaten wurde dann Version 2.1 veröffentlicht, die alle Lautstärkeprobleme beseitigen sollte. Ich habe mit dem Update erst gewartet, bis alle anderen Besitzer sich wieder beruhigt hatten und keiner sich mehr über die zu leise Lautstärke beklagt hat. Erst dann habe ich das Update auch selbst durchgeführt.
Liveaudio wäre in der Tat eine Bereicherung, stößt jedoch auch schnell an seine Grenzen. Mit aktivem Liveaudio ist die maximale Lautstärke der Jambox beträchtlich leiser als ohne. Auch wird Musik mit aktiven Liveaudio sehr schnell verzerrt wiedergegeben. Selbst bei 2-3 Lautstärkestufen unter dem Liveaudio-Maximum hört man bei gewissen Frequenzen Verzerrungen, wobei diese Lautstärkestufe weit unter jenem Maximum liegt, das die Jambox ohne Liveaudio schaft.
Mit Liveaudio wird nicht nur der Klang künstlich verbreitert, sondern auch der Frequenzverlauf entsprechend beeinflusst, so hebt Liveaudio sowohl die tiefen als auch hohen Frequenzen deutlich hervor. Die Jambox klingt dadurch nochmals größer, vorausgesetzt man hört mit reduzierter Lautstärke, da sie sonst unangenehm zu rattern beginnt. Ich vermute hinter Liveaudio eine Art Phasenverschiebung. Da es hierbei normalerweise zu Auslöschungen im Bassbereich kommt, wird dieser eben frequenzmäßig stärker betont. Je nach Art der Aufnahme kommt es aber auch zu anderen typischen Nebeneffekten wie dem Hervortreten von Hallanteilen in den Vordergrund etc.
Ist man nicht allzu klangkritisch und legt nicht übermäßig viel Wert auf die naturgetreue Wiedergabe der Originalaufnahme, kann Liveaudio zumindest bei niedrigen Lautstärken und den richtigen Aufnahmen eine durchaus effektvolle Wiedergabe gewährleisten. Mit 0.5 - 1 Meter Abstand zur Jambox erhält man so tatsächlich eine breite Klangbühne, die sich seitlich weit jenseits des kleinen Lautsprechers aufzubauen scheint. Je nach Aufnahme bzw. Abmischung sind in der Tat sehr immersive Klangeffekte möglich.
Das ganze ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Manche Instrumente können bei aktivem Liveaudio bereits bei  niedrigen Lautstärken hörbare Verzerrungen verursachen. Epiano-Sounds mit bereits starken Chorus-Effekten können das gesamte Gehäuse zum Mitrasseln bringen. Auch Kickdrums benötigen 2-3 Lautstärkestufen unter Maximum, damit sie nicht jedes mal übersteuern.
Die künstlliche Lautstärkebegrenzung bei aktivem Liveaudio hätte ich mir persönlich dynamischer gewünscht. Bei leisen Lautstärken hätte der Bassbereich durchaus den Bassboost vertragen, den er jetzt hat, bei höheren Lautstärken hingegen, hätte die Bassanhebung wieder zurückgenommen werden können. So neige ich persönlich dazu Liveaudio bei leisen Lautstärken zu aktivieren und bei höheren wieder zu deaktivieren, erstens um überhaupt die notwendige Lautstärke zu erreichen, und zweitens um die lästigen Verzerrungen zu unterbinden.



Insgesamt ist die Jambox ein unausgegorenes, überteuertes Designerstück, das ich nur bedingt empfehlen kann. Bei nicht allzuhohen Qualitätsansprüchen kann die Jambox auf jeden Fall erfreuen. Sie klingt für ihre Größe durchaus beeindruckend, man muss sich aber auch ihrer Limits bewusst sein. Einen besseren Klang als von einem viel günstigeren durchschnittlichen Küchenradio kann die Jambox nicht liefern. Wirklich hohe Lautstärken sind damit nicht möglich, andererseits erzeugen hohe Lautstärken bereits lästige Nebengeräusche, Vibrationen etc. Bei niedrigen Lautstärken klingt sie hingegen flau, hier hilft wiederum Liveaudio, das den Klang dynamischer und im Bassbereich präsenter macht, mit dem Nachteil, dass durch die künstliche Klangverbreiterung die Aufnahme kaum noch was mit dem Original  zu tun hat.
Was besonders enttäuschend ist, dass Jawbone es nicht geschafft hat, trotz größerem Gehäuse als dem FoxL, einen besseren Klang rauzukitzeln. Der FoxL klingt auf jeden Fall ausgewogener aber gleichzeitig auch druckvoller als die Jambox. Die Jambox kann nur punkten, wenn man Liveaudio aktiviert, wobei man dann immer wieder mit Übersteuerungen oder Gehäuseresonanzen zu kämpfen hat. Der Bose Soundlink schafft nicht nur eine viel höheren Lautstärke, sondern hat von Grund auf einen viel voluminöseren Grundton.



Demnächst will Jawbone eine "BIG Jambox" vorstellen, die größenmäßig sogar den Bose Soundlink übertrifft. Ob sie klanglich auch derart zu beeindrucken vermag, wird man sehen. Die angekündigte Größe ist bereits etwas grenzwertig. Mir wäre lieber gewesen, Jawbone hätte die bestehende Jambox überarbeitet und nur marginal vergrößert, gegebenfalls auch mit einem zusätzlichen Passivradiator an der Front ausgestattet. Dass man bei solch einer Größe bereits einen erwachsenen vollen Klang erreichen kann, zeigt Bose mit den Computer Music Monitors, die einzeln nicht viel größer als die Jambox sind. Bose optimiert den Klang jedoch auch dynamisch und passt den Frequenzverlauf an die Lautstärke an. Dadurch verzerren die Music Monitors selbst bei maximaler Lautstärke nie und klingen ebenso bei leisen Lautstärken entsprechend druckvoll.
Verglichen mit anderen günstigen Minilautsprechern wie Raikko Nano, X-Mini, Wavemaster Mobi etc. spielt die Jambox natürlich in einer ganz anderen Liga. Ob der gesalzene Aufpreis dies wirklich wert ist, muss jeder für sich beurteilen. Logitech, Logic3 und viele andere Hersteller bieten ähnlich kompakte Bluetoothlautsprecher mit ähnlicher Leistung an, jedoch deutlich günstiger. Mit etwas Aufpreis ist hingegen bereits der größere Soundlink von Bose erhältlich, der nochmals einige Klassen über der Jambox spielt.
Ich bin mir sicher, man hätte aus dieser Größe bereits mehr Sound quetschen können.

+ ausgefallenes Design, einfaches Userinterface
+ für die Größe durchaus beeindruckender Klang
+ druckvoller Bass bei hohen Lautstärken
+ voller Klang mit breiter Klangbühne bei aktivem Liveaudio
+ höhere maximale Lautstärke als FoxL mit weniger Verzerrungen
+ bessere Bluetoothreichweite als FoxL
+ gegen Mobilfunk besser abgeschirmt als FoxL

- verglichen mit dem FoxL schlechterer Klang 
- nervige Tastentöne, nicht deaktivierbar
- Übersteuern und Rattern bei hohen Lautstärken
- niedrige Lautstärke und Übersteuerungen bei Liveaudio
- dürftige Verarbeitung, dadurch auch Gehäuseresonanzen bei gewissen Frequenzen
- dünner Klang mit wenig Bass bei niedrigen Lautstärken
- Rumtanzen bei hohen Lautstärken 
- zu teuer